Ausgrabung Aktuell

Der Archäo-Blog für die Region rund um Stade. Hier erfahren Sie stets, was es für Neuigkeiten rund um das Thema Archäologie gibt. Stadt- und Kreisarchäologie berichten gemeinsam mit dem Museum über neue Forschungen, Funde und aktuelle Ausgrabungen.

| Zeitstufen: | Daniel Nösler | 29.03.2019 Landkreis Stade

Grabungstechniker gesucht

Beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege – Abteilung Archäologie – ist zum 1.7.2019 die Stelle einer/eines Grabungstechnikerin/Grabungstechnikers (Entgeltgruppe E9) zu besetzen. Dienstort ist der Sitz der Kommunalarchäologie des Landkreises Stade in Agathenburg.

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) wird im Rahmen eines vom Land Niedersachsen geförderten Projekts die Denkmallandschaft als „Denkmalatlas Niedersachsen“ online zugänglich machen. Mit dem Denkmalatlas, Teil der Digitalisierungsoffensive des Landes Niedersachsen, informiert das NLD die Öffentlichkeit über das bedeutende Kulturerbe und trägt so zu dessen Erhaltung für zukünftige Generationen bei. Für den Denkmalatlas suchen wir engagierte Kollegen, die an der Qualifizierung des vorhandenen Datenbestands, der landesweiten Denkmalerfassung und der digitalen Publikation in einem interdisziplinären Team mitarbeiten.

Bei der zu besetzenden Stelle handelt sich um eine auf 2 Jahre befristete Stelle innerhalb dieses Projektes. Sie ist dem Referat A 1 (Inventarisation und Dokumentation) zugeordnet.

Der Aufgabenbereich umfasst hauptsächlich die Begehung, Einmessung und Dokumentation von potentiellen archäologischen Denkmalen im Gelände sowie die Eingabe und Kartierung der gewonnenen Ergebnisse im ADABweb. Im Vordergrund steht dabei die konsequente und routinierte Abarbeitung der Daten. Die fachliche Einschätzung des Denkmalcharakters der Objekte soll in eindeutigen Fällen selbständig vorgenommen werden. Bei besonderen Objekten und in Zweifelsfällen erfolgt die Abstimmung und Beurteilung mit den Kommunalarchäologen des Landkreises Stade und der Städte Buxtehude und Stade sowie dem Referat A1 des NLD. In Vorbereitung der Aufstellung des Verzeichnisses der Kulturdenkmale sind die bisher erfassten Daten ggf. zu qualifizieren und Flur- und Flurstücke der Denkmale zu ermitteln. Im Rahmen des Teilprojektes zur Erfassung der Bodendenkmale wurde als Pilotprojekt die Überprüfung des Erhaltungszustandes der Moorwege definiert, die im Wesentlichen durch Bohrsondagen erfolgen muss. Diese soll für den Landkreis Stade in Zusammenarbeit mit dem Referat Moor- und Feuchtbodenarchäologie des NLD stattfinden.

Die vollständige Stellenausschreibung findet sich hier.

| Zeitstufen: Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 24.03.2019 Landkreis Stade

Vortrag: "Vor 1025 Jahren: Wikinger an der Niederelbe"

Am 2. Mai 2019, um 17:00 Uhr, werden der Historiker Arend Mindermann und der Stader Kreisarchäologe Daniel Nösler in ihrem Vortrag "Vor 1025 Jahren: Wikinger an der Niederelbe" über die historischen und archäologischen Forschungen zu den Spuren der Nordmänner berichten. Der Vortrag findet im Rahmen der Stammtischvorträge des Stader Geschichts- und Heimatvereins im Stader Inselrestaurant statt. Der Eintritt ist frei.

Im Jahr 845 fuhren angeblich 600 Wikingerschiffe gen Hamburg, wo die Hammaburg Ziel eines Feldzuges war. Im Juni 994 ist ein weiterer Flottenüberfall überliefert. Diesmal waren die Flußmündungen von Elbe und Weser das Ziel. Es hat sich wohl um eine Streitmacht des Dänenkönigs Sven Gabelbart gehandelt, von der ein Teil das westliche Weserufer heimgesucht hat. Der Versuch dieser Krieger, über Land zur Elbe zu gelangen, endete in einer vernichtenden Niederlage durch ein Heer des sächsischen Herzogs Bernhard Billung. Weniger Glück hatten die eilig zusammengewürfelten Truppen der Udonen, die damals in ihrer gräflichen Burg in Harsefeld residierten. Über die Schlacht bei Stade am 23. Juni 994 berichtet der Chronist Adam von Bremen: "Der Kampf war schwer, denkwürdig und sehr unglücklich." Die Udonen mußten als Folge ihrer Niederlage namhafte Geiseln stellen und eine immense Menge Silber als Lösegeld zahlen.

Der Grafenbruder Siegfried konnte jedoch entkommen und nach Harsefeld fliehen. Die Wikinger nahmen daraufhin grausame Rache, über die der Zeitgenosse Thietmar von Merseburg berichtet: "Als sie ihn nicht fanden, raubten sie den Frauen gewaltsam die Ohrringe und kehrten niedergeschlagen um. In ihrer Wut schnitten sie am nächsten Tag dem Priester, meinem Vetter und allen übrigen Geiseln Nasen, Ohren und Hände ab und warfen die Verstümmelten in den Hafen."

Auch archäologische Spuren haben die Wikinger in unserem Gebiet hinterlassen. Einige Waffen aus den Flüssen Schwinge und Elbe könnten mit ihren Überfällen zusammenhängen. In der Stader Altstadt wurde außerdem im Jahr 1977 ein wertvoller Silberarmreif gefunden, der vielleicht einem in den Kämpfen des Jahres 994 gefallenen Krieger mit ins Grab gegeben worden ist. Bei der Ausgrabung der Grablege der Udonen in Harsefeld hat man möglicherweise eine von den Wikingern verstümmelte Geisel identifiziert. Eine seltene Wikingerfibel wurde kürzlich durch unseren ehrenamtlichen Mitarbeiter Torben Schuback bei Horneburg entdeckt. Auf friedliche Kontakte könnten zerhackte Silbermünzen hindeuten, die auf einem alten Handelsplatz bei Freiburg/Elbe geborgen wurden, und damit Handelskontakte in den Ostseeraum belegen.

Forschung | Zeitstufen: Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 23.03.2019 Landkreis Stade

Jahrestagung der Archäologischen Kommission für Niedersachsen in Stade

Kalkriese als möglicher Schauplatz der Varusschlacht, das römisch-germanische Schlachtfeld am Harzhorn oder die sächsischen Gräber von der Fallward: Zahlreiche archäologische Funde aus Niedersachsen haben in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Diese und andere spannende Themen werden auf der vom 13.-15. Juni 2019 stattfindenden Tagung der Archäologischen Kommission für Niedersachsen e. V. behandelt, deren diesjähriger Schwerpunkt die Römische Kaiserzeit in Niedersachsen ist.

Die Archäologische Kommission ist eine wissenschaftliche Vereinigung in Niedersachsen, die die archäologische Forschung sowie die Bodendenkmalpflege in Niedersachsen fördert. Ihre Mitglieder treten ein für den Schutz und die Pflege des archäologischen Erbes. In den von ihr herausgegebene Publikationen werden neueste Forschungsergebnisse veröffentlicht und sie berät das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Zu ihrer Jahrestagung werden zahlreiche Archäologen aus ganz Niedersachsen und Deutschland erwartet.

Die Tagung wird am Donnerstag, den 13. Juni, 19:30 Uhr, mit einem öffentlichen Abendvortrag im Königsmarcksaal des Stader Rathauses beginnen. Prof. Dr. Jan Schuster von der Universität Lodz wird über die „Kaiserzeitlichen Fürstengräber im nördlichen Mitteleuropa“ sprechen. Eine dieser bemerkenswerten Bestattungen wurde u. a. bei Apensen, Lkr. Stade, entdeckt. Der Eintritt ist frei.

Gäste sind außerdem herzlich zum Vortragsprogramm willkommen, das am Freitag, 14. Juni, von 9:00 bis 16:00 Uhr im Königsmarcksaal des Historischen Rathauses in Stade stattfindet. Neben den eingangs erwähnten Themen werden der Stader Stadtarchäologe Dr. Andreas Schäfer zu den kaiserzeitlichen Siedlungen an der Niederelbe und der Stader Kreisarchäologe Daniel Nösler zu herausragenden kaiserzeitlichen Goldfunden sprechen. Auch die am 15. Juni stattfindende Exkursion zu archäologischen Sehenswürdigkeiten im Landkreis Stade ist öffentlich. Sie beginnt um 8:30 Uhr, die Rückkehr wird gegen 17:00 Uhr erwartet.

Das Tagungsprogramm und das Anmeldeformular können unter den Links abgerufen werden.