Ausgrabung Aktuell

Der Archäo-Blog für die Region rund um Stade. Hier erfahren Sie stets, was es für Neuigkeiten rund um das Thema Archäologie gibt. Stadt- und Kreisarchäologie berichten gemeinsam mit dem Museum über neue Forschungen, Funde und aktuelle Ausgrabungen.

Forschung | Zeitstufen: Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 10.06.2019 Landkreis Stade

Vortrag: Die Fürsten der Langobarden

Über die Forschungen zum Fürstengrab von Apensen berichtet Kreisarchäologe Daniel Nösler am 20. Juni, um 19.30 Uhr im Beekhoff in Beckdorf. In seiner Präsentation „Die Fürsten der Langobarden“ wird er auf die neuesten Ergebnisse der Forschungen in und um Apensen eingehen. Die Entdeckung des langobardischen Fürstengrabs bei Apensen im Jahr 1927 war eine Sensation. Das durch Zufall entdeckte Brandgrab war so reich mit Silber- und Bronzebeigaben ausgestattet, dass es gleich in die erste Liga der Beisetzungen aus den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus aufstieg. Vergleichbare Fürstengräber sind vereinzelt weiter elbaufwärts, in Mecklenburg bis Pommern, Sachsen-Anhalt und entlang der jütländischen Ostküste verbreitet, wo sie als herausragende Bestattungen einer kriegerischen Elite gelten.

Neuere Ausgrabungen auf dem Gräberfeld zeigen, dass das Fürstengrab inmitten eines großen langobardischen Bestattungsbezirks mit Hunderten von Urnen und zahlreichen römischen Metallgefäßen lag, an dem ebenso kultische Handlungen durchgeführt wurden. Seit einigen Jahren wird durch die Stader Kreisarchäologie das Umfeld des Fürstengrabes mit seinen Siedlungen und weiteren Gräberfeldern intensiv untersucht.

Thematisiert werden auch die derzeit laufenden Grabungen im geplanten Baugebiet "An der Blide" von Beckdorf und die Ergebnisse der im Umfeld von Apensen und Beckdorf durchgeführten geophysikalischen Untersuchungen. Die spannenden Ergebnisse dieser Forschungen zur Geschichte der Langobarden werden in dem Vortrag vorgestellt. Der Eintritt ist frei.

Forschung | Zeitstufen: Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 27.05.2019 Landkreis Stade

Jahrestagung der Archäologischen Kommission für Niedersachsen in Stade

Kalkriese als möglicher Schauplatz der Varusschlacht, das römisch-germanische Schlachtfeld am Harzhorn oder die sächsischen Gräber von der Fallward: Zahlreiche archäologische Funde aus Niedersachsen haben in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt. Diese und andere spannende Themen werden auf der vom 13.-15. Juni 2019 stattfindenden Tagung der Archäologischen Kommission für Niedersachsen e. V. behandelt, deren diesjähriger Schwerpunkt die Römische Kaiserzeit in Niedersachsen ist.

Die Archäologische Kommission ist eine wissenschaftliche Vereinigung in Niedersachsen, die die archäologische Forschung sowie die Bodendenkmalpflege in Niedersachsen fördert. Ihre Mitglieder treten ein für den Schutz und die Pflege des archäologischen Erbes. In den von ihr herausgegebenen Publikationen werden neueste Forschungsergebnisse veröffentlicht und sie berät das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Zu ihrer Jahrestagung werden zahlreiche Archäologen aus ganz Niedersachsen und Deutschland erwartet.

Die Tagung wird am Donnerstag, den 13. Juni, 19:30 Uhr, mit einem öffentlichen Abendvortrag im Königsmarcksaal des Stader Rathauses beginnen. Prof. Dr. Jan Schuster von der Universität Lodz wird über die „Kaiserzeitlichen Fürstengräber im nördlichen Mitteleuropa“ sprechen. Eine dieser bemerkenswerten Bestattungen wurde u. a. bei Apensen, Lkr. Stade, entdeckt. Der Eintritt ist frei.

Gäste sind außerdem herzlich zum Vortragsprogramm willkommen, das am Freitag, 14. Juni, von 9:00 bis 16:00 Uhr im Königsmarcksaal des Historischen Rathauses in Stade stattfindet. Neben den eingangs erwähnten Themen werden der Stader Stadtarchäologe Dr. Andreas Schäfer zu den kaiserzeitlichen Siedlungen an der Niederelbe und der Stader Kreisarchäologe Daniel Nösler zu herausragenden kaiserzeitlichen Goldfunden sprechen. Auch die am 15. Juni stattfindende Exkursion zu archäologischen Sehenswürdigkeiten im Landkreis Stade ist öffentlich. Sie beginnt um 8:30 Uhr, die Rückkehr wird gegen 17:00 Uhr erwartet.

Das Tagungsprogramm und das Anmeldeformular können unter den Links abgerufen werden.

Forschung | Zeitstufen: Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 23.02.2019 Landkreis Stade

Dem Langobardenfürsten auf der Spur

In der Samtgemeinde Apensen befindet sich eine außergewöhnliche Konzentrationen kaiserzeitlicher Gräberfelder mit wertvollen Beigaben aus Edelmetall, Waffen und römischen Gegenständen. Hervorzuheben sind hier insbesondere die Fürstengräber aus Apensen, die inmitten eines ausgedehnten Gräberfeldes entdeckt wurden, das ursprünglich weit mehr als 1.000 Bestattungen umfasst hat.

Die Stader Kreisarchäologie hat in den letzten Jahrzehnten umfangreiche Prospektionen und Rettungsgrabungen durchgeführt, um die gleichzeitigen Siedlungen erfassen zu können. Als Ergebnis darf davon ausgegangen werden, dass das Umfeld der Gräberfelder großräumig besiedelt gewesen ist.

Einer der zugehörigen Siedlungsplätze befindet sich im Bereich des neu geplanten Neubaugebietes "An der Blide" bei Beckdorf. Um dort die Siedlungsstruktur verstehen und die im Vorfeld der Erschließung notwendigen Ausgrabungen besser planen zu können, wurden im Dezember 2018 auf einer Fläche von mehr als 7 ha geomagnetische Messungen unternommen.

Die geomagnetische Prospektion wurde dankenswerterweise im Rahmen eines Kooperationsprojektes durch Dirk Dallaserra vom Niedersächsischen Institut für Küstenforschung aus Wilhelmshaven durchgeführt. Eingesetzt wurde ein von einem geländegängigen Fahrzeug gezogenes Magnetometer. Diese Technik erlaubt es, in relativ kurzer Zeit große Flächen zu prospektieren. Das Meßbild zeigt ein Reihe von Anomalien, die als Feuerstellen, Grubenhäuder oder Brunnen gedeutet werden können. Die bald folgenden Ausgrabungen werden interessante Einblicke in die Siedlungsgeschichte vor etwa 2.000 Jahren liefern.

Forschung | Zeitstufen: Vorrömische Eisenzeit Bronzezeit Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 24.01.2019 Landkreis Stade

Mit dem Laser in die Vergangenheit - Neu entdeckte Celtic Fields im Landkreis Stade

Die Anwendung von LIDAR-Systemen hat in den letzten zwei Jahrzehnten wie kaum eine andere Methode zu neuen revolutionären Erkenntnissen in der Archäologie geführt. LIDAR ist die Abkürzung für „light detection and ranging“ und bezeichnet eine Methode der Fernerkundung, bei der ein Laserscanner an einem Flugzeug oder Hubschrauber angebracht ist. Die Erdoberfläche wird dann in Streifen überflogen und mit dem Laserstrahl in hoher Punktdichte abgetastet. Gleichzeitig wird die Position des Luftfahrzeuges permanent und genau durch ein GPS bestimmt.

Ein aus den LIDAR-Daten errechnetes DGM liegt seit kurzem flächendeckend für den Landkreis Stade vor und wurde intensiv ausgewertet. Die größte Überraschung war hierbei das in vielen Waldflächen fast flächendeckende Auftreten von gitterartig verlaufenden flachen Wällen, die zu eisenzeitlichen Ackerfluren vom Typ Celtic Field gehören. Ihre Hauptnutzungsphase umfasst die jüngere Bronzezeit, vorrömische Eisenzeit und ältere Römische Kaiserzeit. Auch wenn diese Bezeichnung es vielleicht vermuten lässt, haben diese Felder ethnisch nichts mit den Kelten zutun, vielmehr handelt es sich um einen Terminus technicus, der im Jahr 1923 in England eingeführt wurde.

Generell dürfte von den Celtic Fields bis heute nur noch ein sehr geringer Teil überdauert haben, da ihre Spuren in vielen Regionen durch die jahrhundertlange Landnutzung verschwunden sind.

Ein im Landkreis Stade neu entdecktes Celtic Field in einem Forst bei Oldendorf soll hier kurz vorgestellt werden. Wird der heute bestehende Wald virtuell gerodet, kommen auf einer Fläche von mehr als 23 ha Relikte von Celtic Fields mit Wallbreiten von bis zu 17 m zutage, die im Westen durch mittelalterliche Wölbäcker überlagert werden und in einem Bereich bereits durch Aufforstungsmaßnahmen eingeebnet sind. Südlich der Flursysteme befinden sich mehrere Grabhügel und Wegespuren unbekannter Datierung. Das größte zusammenhängende Gebiet mit Celtic Fields wurde im Tinster Wald entdeckt und umfasst ein Areal von fast 1,5 km². Eine Publikation zu den im Landkreis Stade entdeckten Celtic Fields ist im aktuellen Heft von Archäologie in Niedersachsen erschienen. Der Beitrag kann hier abgerufen werden.

Die flächenhaften Bodendenkmale vorher nicht gekannter Größe stellen zukünftig besondere Anforderungen an die Denkmalbehörden, die für ihren Schutz und Erhalt sorgen müssen. Durch die moderne Forstwirtschaft, bei der fast nur noch große Maschinen eingesetzt werden, kommt es vielfach zu substanziellen Schäden. Die in den Wäldern vorhandenen Denkmäler müssen nun niedersachsenweit schnellstens erfasst und Strategien zu ihrem langfristigen Erhalt entwickelt werden. Darüber hinaus wäre eine interdisziplinäre Erforschung der Celtic Fields wünschenswert. Sie würde wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung der prähistorischen Landwirtschaft und Vegetationsgeschichte liefern können.

Forschung | Zeitstufen: Römische Kaiserzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 09.01.2019 Landkreis Stade

Vortrag „Römer an der Elbe“

Über die neuesten archäologischen Forschungen zu römischen Spuren an der Niederelbe wird der Kreisarchäologe Daniel Nösler am Sonntag, 20. Januar 2019, um 14:30 Uhr, im Natureum Niederelbe in Balje in einem Vortrag berichten.

Aus der Zeit vor etwa 2.000 Jahren sind erstmalig antike Schriftquellen überliefert, die uns etwas über die Lebensverhältnisse der in unserer Region lebenden Germanen vermitteln. Das Römische Reich hatte im Gallischen Krieg große Teile des heutigen Frankreichs, Belgiens und der Niederlande besetzt und ebenfalls alle Gebiete westlich des Rheins unterworfen. Außerdem sollte ebenso Germanien bis zur Elbe erobert und in das Imperium eingegliedert werden.

In der Schlacht am Teutoburger Wald wurde im Jahr 9 n. Chr. ein Heer aus mehreren Legionen unter dem Befehl des römischen Feldherren Varus durch den germanischen Heerführer Arminius vernichtend geschlagen. Danach beschränkten sich die Römer auf einzelne Angriffe in das Gebiet östlich des Rheins, teilweise schlossen sie mit den Germanen Bündnisverträge. Zu einer dauerhaften Besetzung Nordwestdeutschlands kam es nicht mehr. Von Zeit zu Zeit warben die Römer bei den germanischen Stämmen auch in unserem Raum Söldner für ihre riesige Armee an.

Neue wichtige Funde aus Freiburg, Oederquart und Assel zeigen, dass die Erträge von Ackerbau und Viehzucht für einige Bewohner in den Elbmarschen zu Wohlstand geführt haben. Dieser lässt sich unter anderem an den zahlreichen Gegenständen ablesen, die aus dem Römischen Reich stammen. So wurden beispielsweise Trinkgefäße, Wein, Schmuckstücke und Kunstobjekte eingeführt. Aber auch römisches Geld aus Kupfer, Silber und Gold gelangte in unseren Raum. Es sind Schätze mit mehreren Hundert Silbermünzen gefunden worden, so beispielweise an der Oste bei Gräpel. Nicht immer kamen diese Güter durch friedliche Geschäfte zu den einheimischen Stämmen, denn sie waren auch als Piraten gefürchtet, die mit ihren Raubzügen die römischen Küsten heimsuchten.

Forschung, Ausgrabung | Zeitstufen: Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 30.12.2017 Landkreis Stade

Vortrag: Von der Elbe nach England – Die Sachsen des frühen Mittelalters

Die im 3./4. Jahrhundert in den antiken Quellen auftauchenden Sachsen haben nichts mit dem heutigen gleichnamigen Bundesland zu tun, ihr Ursprung liegt vielmehr im nördlichen Niedersachsen und im westlichen Schleswig-Holstein. Zur Geschichte und Kultur dieses Stammes liefern die historischen Aufzeichnungen nur sehr spärliche Erkenntnisse. Die Sachsen waren für das Römische Imperium offenbar eine ständige Bedrohung: Sie operierten häufig als Seeräuber auf der Nordsee und suchten mit Plünderungszügen die Küsten Galliens und Britanniens heim. Daneben verdingten sie sich in der Spätantike in größerer Zahl als Söldner im römischen Militär.

In den letzten Jahrzehnten wurden insbesondere im Elbe-Weser-Gebiet zahlreiche Ausgrabungen durchgeführt, die entscheidende Hinweise zur Lebens- und Wirtschaftsweise sowie zur Sozialstruktur und Alltagskultur der Sachsen erbracht haben. Im Landkreis Stade sind die Forschungen auf einem der größten sächsischen Bestattungsplätze in Issendorf sowie das Gräberfeld Immenbeck hervorzuheben. In Issendorf wurden mehr als 6.000 Verstorbene beigesetzt, denen teilweise sehr wertvolle Objekte beigegeben wurden. Bemerkenswert sind hier neben den Waffen, Perlen und Schmuckstücken aus Edelmetall besonders die importierten Glasgefäße. Zu den Siedlungen wurde speziell in der Elbmarsch intensiv geforscht.

Während der Völkerwanderungszeit nutzten die Sachsen, die als Söldner oder Piraten die reichen römischen Provinzen kennen gelernt hatten, nun geschickt die Schwäche des Römischen Reiches aus. Als im Jahr 410 die meisten römischen Truppen die britische Insel verlassen hatten, kam es zu einem stetig wachsenden Zuzug von Sachsen. Sie eroberten insbesondere den Südteil des heutigen England. Dort wurden sächsische Königreiche gegründet, die Essex = Ostsachsen, Wessex = Westsachsen oder Sussex = Südsachsen genannt wurden. Auch die archäologischen Funde und Ortsnamen bezeugen die engen Verbindungen zwischen dem Elbe-Weser-Gebiet und England. Außerdem bestehen sehr große Übereinstimmungen im Erbgut der Menschen aus Ostengland und dem nördlichen Niedersachsen.

Der Kreisarchäologe Daniel Nösler wird über diese frühe Geschichte der Sachsen im Rahmen der Stammtischvorträge des Stader Geschichts- und Heimatvereins berichten. Der Vortrag findet am 4.01.2018, 17:00 Uhr, im Stader Inselrestaurant statt. Der Eintritt ist frei.

Forschung | Zeitstufen: Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 02.11.2017 Landkreis Stade

Vortrag: Das Fürstengrab von Apensen. Auf den Spuren der Langobarden an Este und Elbe

Die Entdeckung des langobardischen Fürstengrabs bei Apensen im Jahr 1927 war eine Sensation. Es ist ein durch Zufall entdecktes Brandgrab, das so reich mit Silber- und Bronzebeigaben ausgestattet war, dass es gleich in die erste Liga der Beisetzungen aus den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus aufstieg. Vergleichbare Fürstengräber sind vereinzelt weiter elbeaufwärts, in Mecklenburg bis Pommern, Sachsen-Anhalt und entlang der jütländischen Ostküste verbreitet, wo sie als herausragende Bestattungen einer kriegerischen Elite gelten.

Neuere Ausgrabungen zeigen, dass das Fürstengrab inmitten eines großen langobardischen Bestattungsbezirks mit Hunderten von Urnen und zahlreichen römischen Metallgefäßen lag, an dem ebenso kultische Handlungen durchgeführt wurden. Seit einigen Jahren wird durch die Stader Kreisarchäologie das Umfeld des Fürstengrabes mit seinen Siedlungen und weiteren Gräberfeldern intensiv untersucht. Die spannenden Ergebnisse dieser Forschungen zur Geschichte der Langobarden werden in dem Vortrag vorgestellt.

Der Vortrag findet im Kulturforum am Hafen, Hafenbrücke 1, statt und beginnt am Sonntag, 5. November, um 17 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 5 Euro.


 

Forschung, Ausgrabung | Zeitstufen: Altsteinzeit / Mittelsteinzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit Römische Kaiserzeit Jungsteinzeit Vorrömische Eisenzeit Bronzezeit | Daniel Nösler | 23.07.2017 Landkreis Stade

Neuerscheinungen zur Archäologie des Landkreises Stade

In zwei Publikationen zur niedersächsischen Archäologie sind wiederum zahlreiche Beiträge zur Archäologie des Landkreises Stade erschienen.
Im Heft 20 von Archäologie in Niedersachsen mit dem Schwerpunktthema "Methoden des Suchens und Findens" sind folgende Artikel enthalten:

Dietrich Alsdorf, "Vermittels eines Sucheisens sehr wohl zu finden". Frühe Grabungsmethoden auf der Stader Geest des 18. Jahrhunderts.

Daniel Nösler, Vom Moor verschlungen. Die Erforschung einer prähistorischen Gräberlandschaft bei Hammah.

Andrea Finck und Andreas Schäfer, Eisenzeitliche Urnen im Neubaugebiet "Heidesiedlung" in Stade-Riensförde.

Donat Wehner, Schenke im Schlick. Die Ausgrabungen an der Krughörne bei Blumenthal im Landkreis Stade.

A. Hüser, St. Wolters, I. Laroque-Tobler, S. Mahlstedt und D. Enters, Von Sedimenten, Zuckmühlen, Pollen und kleinen Steinen. Suchen und Finden des Mesolithikums an Pingo-Ruinen.

Daniel Nösler, Stumme Zeugen großer Katastrophen. Die Bracks des Landkreises Stade als Natur- und Kulturdenkmale.

Dietrich Alsdorf, Verdrängtes Grauen - Stades letzte Richtstätte.

Die wichtigsten niedersächsischen Ausgrabungen und Funde werden regelmäßig in der Fundchronik im Beiheft der Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte publiziert. Die Kreisarchäologie hat für das Jahr 2015 46 interessante Beiträge von A wie Apensen bis O wie Oldendorf beigesteuert. Sie umfassen zeitlich den Rahmen von der Altsteinzeit bis zur Gegenwart.

Forschung | Zeitstufen: Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 31.03.2017 Landkreis Stade

Speichergespräch: Die Römer an der Elbe – Neue archäologische Forschungen in Kehdingen

Vor mehr als 1.500 Jahren gab es sehr enge Kontakte zwischen dem Römischen Reich und den an der Niederelbe siedelnden Germanen. Archäologische Befunde belegen für Kehdingen eine rege Handelstätigkeit mit dem Imperium, aber auch die Anwesenheit von Veteranen, die nach ihrem Dienst im römischen Heer wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Exklusive Luxusgüter zeigen außerdem die Anwesenheit einer hier lebenden sächsischen Elite.

In dem Vortrag wird ebenso auf die Lebensverhältnisse der damaligen bäuerlichen Bevölkerung eingegangen. Wie konnten die Marschenbewohner ohne den Schutz der Deich überleben?

Auch im Frühmittelalter zeigen die archäologischen Objekte weitreichende Handelsbeziehungen und zeugen von der fortwährenden Bedeutung Nordkehdingens. Anhand der bisherigen Untersuchungen kann davon ausgegangen werden, dass bei Freiburg für etwa 1.000 Jahre ein wichtiger Hafenort und Handelsplatz existiert hat, dessen bedeutende Funde an der Unterelbe bislang ohne Vergleich sind. Im frühen 11. Jahrhundert verlor der Ort jedoch seine Bedeutung. Die Ursachen hierfür sind noch nicht abschließend geklärt.

Die nunmehr drei Jahre andauernden intensiven Forschungen zur Archäologie in Nordkehdingen werden umfassend präsentiert und beleuchten eindrucksvoll die kaum erforschte Frühgeschichte dieser interessanten Region.

Der Vortrag findet am 12.04.2017 um 19:30 Uhr im Historischen Kornspeicher Freiburg statt.

Forschung | Zeitstufen: Römische Kaiserzeit | Daniel Nösler | 20.11.2016 Landkreis Stade

Ein Langobarde im CT

Mit einem Paukenschlag trat 1927 das auch überregional bekannte langobardische „Fürstengrab“ bei Apensen in die Öffentlichkeit. Willi Wegewitz publizierte ein durch Zufall entdecktes Brandgrab, das so reich mit Silber- und Bronzebeigaben ausgestattet war, dass es gleich in die erste Liga der Beisetzungen aus den ersten beiden Jahrhunderten nach Christus aufstieg. Vergleichbare so genannte Fürstengräber sind vereinzelt weiter elbeaufwärts, in Mecklenburg bis Pommern, Sachsen-Anhalt und entlang der jütländischen Ostküste verbreitet, wo sie als herausragende Bestattungen einer kriegerischen Elite gelten.

Fast ein halbes Jahrhundert blieb dieses Ensemble ein Einzelfund, bis im Jahr 1971 Dietrich Alsdorf weitere als Urnen verwendete römische Bronzegefäße entdeckte. Daraufhin wurde dieser Platz in mehreren Ausgrabungskampagnen näher untersucht. Die größten Ausgrabungen führte die Stader Kreisarchäologie in den Jahren 2008-2009 durch. Diese Forschungen haben die Kenntnis über das Brandgräberfeld sowie dessen Umfeld wesentlich erweitert und wichtige und umfangreiche Funde erbracht.

Besonders bemerkenswert ist die große Zahl von Bronzegefäßen, die im Bereich des Römischen Reiches hergestellt und dann in Apensen als Leichenbrandbehälter vergraben wurden. Einige von ihnen sind im Block geborgen worden und werden nun Schritt für Schritt unter Laborbedingungen bearbeitet. Diese Arbeiten werden derzeit in Kooperation mit Christina Peek vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung und Melanie Dierks, Fachhochschule Erfurt, sowie im Rahmen von Studentenpraktika an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart durchgeführt. Hierzu wurden die Bronzeurnen bei der Firma Alexander Speith GmbH & Co. KG mit einer digitalen Röntgenanlage durchleuchtet.

Aufgrund der sich im Röntgenbild abzeichnenden besonders reichhaltigen Beigabenausstattung wurde beschlossen, ein Gefäß bei der Firma GE Sensing & Inspection Technologies GmbH mittels Computertomografie genauer zu analysieren. Die gewonnene 3D-Darstellung wird die nun folgende restauratorische Bearbeitung maßgeblich unterstützen helfen.

Forschung | Zeitstufen: Römische Kaiserzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 14.03.2016 Landkreis Stade

Kolloquium zur Römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit in Agathenburg

Am 9. und 10. Oktober 2015 fand auf Einladung von Daniel Nösler von der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Stade das Marschenrats-Juniorkolloquium im Schloss Agathenburg statt. 21 Nachwuchswissenschaftler aus Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kamen zusammen, um sich zu aktuellen Forschungen zum Thema „Archäometallurgische Aspekte und Analysemöglichkeiten bei der Auswertung kaiserzeitlicher und völkerwanderungszeitlicher Siedlungen“ auszutauschen. Das Kolloquium wurde von Ivonne Baier und Jan Bock (beide Georg-August-Universität Göttingen) organisiert.

Es wurden neun Referate gehalten, die von den Teilnehmern angeregt diskutiert wurden. Die Kurzzusammenfassungen der Vorträge des Juniorkolloquiums sind in den kürzlich erschienenen Nachrichten des Marschenrates 2015 nachzulesen:
IRIS AUFDERHAAR: Werkplätze der Edel- und Buntmetallverarbeitung. Aufbau – Ausstattung – Archäologischer Befund
JAN BOCK: Metallgewinnung und -verarbeitung in Groß Meckelsen
SARYN SCHLOTFELDT: Neue interdisziplinäre Forschungen am kaiser- bis völkerwanderungszeitlichen Ufermarkt Elsfleth-Hogenkamp, Ldkr. Wesermarsch
DANIEL DÜBNER: Flögeln, Loxstedt, Feddersen Wierde. Metallfunde aus großen Siedlungs-Altgrabungen im Vergleich
BENTE SVEN MAJCHCZACK: Grubenhaussiedlung und Handelsplatz? Tinnum auf Sylt in Völkerwanderungszeit und Frühmittelalter
ULF ARNE SCHMIDT: Eine kaiserzeitliche Siedlung mit Eisenverhüttung in Westerholz, Ldkr. Rotenburg (Wümme)
KARL JOHANN OFFERMANN: Eisenzeitliche Muschelhaufen am Windebyer Noor – Eine Neubewertung
DANIEL NÖSLER: Methodik und Ergebnisse von Detektorprospektionen auf Siedlungen der Römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit im Landkreis Stade

Forschung | Zeitstufen: Altsteinzeit / Mittelsteinzeit Römische Kaiserzeit Jungsteinzeit | Daniel Nösler | 23.02.2016 Landkreis Stade

Gewässer als Archive der Umwelt- und Landschaftsgeschichte

Geowissenschaftler und Biologen des Niedersächsischen Instituts für historische Küstenforschung aus Wilhelmshaven haben im Herbst 2015 Bohrkerne aus dem Weißen See bei Heinbockel entnommen. Die Bohrungen wurden während einer mehrere Tage andauernden Kampagne von einem Floß niedergebracht. Eingebunden sind diese Untersuchungen in das interdisziplinäre Forschungsprojekt "Die Auswirkungen prähistorischer und vorindustrieller Landnutzung auf nordwestdeutsche Seen und deren Einzugsgebiete", in dessen Rahmen Seesedimente als Umweltindikatoren analysiert werden.

Da sich im unmittelbaren Umfeld des Weißen Sees mehrere Siedlungsspuren seit dem Mesolithikum befinden, soll anhand der durch die Bohrkerne aufgeschlossenen Seesedimente der menschliche Einfluss auf Umwelt und Landschaft erforscht werden. Hierzu werden an den Proben geochemische und pollenanlytische Untersuchungen durchgeführt. Erste Ergebnisse belegen, dass der Weiße See am Ende der letzten Eiszeit entstanden ist.

Im Rahmen des Projektes wurden in Kooperation mit der Archäologischen Denkmalpflege des Landkreises Stade bei Ahlerstedt, Oldendorf und Düdenbüttel weitere Gewässer erfasst, an deren Randbereich sich prähistorische Fundstellen befinden und die somit Potential für weitere interdisziplinäre Forschungen aufweisen.

Forschung | Zeitstufen: Altsteinzeit / Mittelsteinzeit Bronzezeit Vorrömische Eisenzeit Jungsteinzeit Römische Kaiserzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 13.10.2015 Landkreis Stade

Vortrag „Von Jägern und Sammlern bis zu den Holländern - Die Archäologie des Alten Landes“

Die neuesten archäologischen Entdeckungen aus dem Alten Land wird der Kreisarchäologe Daniel Nösler am 20. Oktober 2015, um 19:30 Uhr, im Restaurant Windmüller in Steinkirchen in seinem Vortrag vorstellen. Wie der Titel „Von Jägern und Sammlern bis zu den Holländern - Die Archäologie des Alten Landes“ vermuten läßt, wird hierbei die Menschheitsgeschichte der letzten 200.000 Jahre bis zum Beginn der Hollerkolonisation beleuchtet. In der Präsentation werden außerdem die neuesten Forschungsergebnisse zur Archäologie der angrenzenden Elbmarschen vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den aktuellen Funden, die sehr enge Beziehungen zum römischen Imperium belegen.

Auf die historischen Entwicklungen des Naturraumes der Elbe wird ebenfalls eingegangen. Wie war in den Elbmarschen ein Leben ohne die schützenden Deiche überhaupt möglich? Wie verhielt sich der Meeresspiegel in der Vergangenheit?

Der Eintritt ist frei. Nähere Informationen finden Sie hier: www.majestaeten-altesland.de/KV/

Forschung, Ausgrabung | Zeitstufen: Altsteinzeit / Mittelsteinzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit Römische Kaiserzeit Jungsteinzeit Vorrömische Eisenzeit Bronzezeit | Daniel Nösler | 23.07.2015 Landkreis Stade

Neue Publikationen der Kreisarchäologie

Kürzlich sind zwei Publikationen zur niedersächsischen Archäologie mit Beiträgen des Kreisarchäologen erschienen.


In Heft 18 von Archäologie in Niedersachsen stellt Daniel Nösler in seinem Aufsatz Dunkle Geschichte am Elbstrand. Relikte der "Operation Gomorrha" die Funde und historischen Hintergründe zum Trümmerstrand an der Elbe bei Borstel vor.


Die wichtigsten niedersächsischen Ausgrabungen und Funde werden regelmäßig in der Fundchronik im Beiheft der Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte publiziert. Die Kreisarchäologie hat für das Jahr 2013 21 interessante Beiträge von A wie Apensen bis W wie Wohlerst beigesteuert. Sie umfassen zeitlich den Rahmen von der Mittelsteinzeit bis zur Gegenwart.

Forschung | Zeitstufen: Römische Kaiserzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 25.02.2015 Landkreis Stade

Vortrag "Römer - Germanen - Wikinger"

Der Kreisarchäologe Daniel Nösler wird am 18. März 2015, um 19:00 Uhr, mit seinem Vortrag "Römer - Germanen - Wikinger" die Reihe der "Speichergespräche" im Kornspeicher Freiburg eröffnen. In der Präsentation werden die neuesten Forschungsergebnisse zur Archäologie Kehdingens vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den aktuellen Funden, die sehr enge Beziehungen zum römischen Imperium belegen. Während des Frühmittelalters bleibt die Elbmündung weiterhin im Fokus auch der Wikinger.

Auf die historischen Entwicklungen des Naturraumes der Elbe wird ebenfalls eingegangen. Wie war in den Elbmarschen ein Leben ohne die schützenden Deiche überhaupt möglich? Wie alt sind die Kehdinger Dörfer?

Nähere Informationen finden Sie hier: www.kornspeicher-freiburg.de/veranstaltungen/

Forschung | Zeitstufen: Altsteinzeit / Mittelsteinzeit Bronzezeit Vorrömische Eisenzeit Jungsteinzeit Römische Kaiserzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 14.11.2013 Landkreis Stade

FundSache

FundSache - Archäologie zwischen Oste und Elbe
Daniel Nösler / Andreas Schäfer (Hrsg.): FundSache - Archäologie zwischen Oste und Elbe. Drochtersen 2013, MCE-Verlag Drochtersen, 192 Seiten, 205 Abbildungen, ISBN 978-3-938097-29-8, 22,50 Euro

Erleben Sie ein Stück Vergangenheit – unter diesem Motto haben sich namhafte Archäologen und Historiker zusammengetan und ein reich bebildertes Buch geschaffen, in dem die wichtigsten „Fundsachen“ zwischen Oste und Elbe vorgestellt werden. Im Stader Raum befindet sich eine Vielzahl überregional bedeutender archäologischer Fundorte. Großsteingräber der Steinzeit, Grabhügel der Bronzezeit sowie mittelalterliche Wurten, Deiche und Burganlagen prägen die Landschaft zwischen Oste und Elbe. Einige Fundplätze wie beispielsweise das große sächsische Gräberfeld von Issendorf werden seit Jahrhunderten erforscht, andere wie die Schwedenschanze bei Groß Thun in Stade rückten erst in den letzten Jahren in den Fokus der Archäologie.

Seit über 30 Jahren werden die archäologischen Denkmale und Funde des Landkreises Stade sowie der Städte Buxtehude und Stade durch eine hauptamtliche Denkmalpflege geschützt und erforscht. Erstmalig werden die z. T. außergewöhnlichen Ausgrabungen und Funde der letzten Jahrzehnte zusammenfassend vorgestellt. Mit dem Buch können sich die Leser auf eine Zeitreise durch Zehntausende von Jahren begeben: Vom Homo erectus bis in die Gegenwart.

Nach Einführungen zur Archäologie, zum Naturraum und zur Geschichte des Landkreises Stade werden in 49 reich bebilderten Kapiteln die bedeutendsten Funde von der Steinzeit bis zur Gegenwart vorgestellt.

Das von insgesamt 17 Autoren verfasste Werk richtet sich nicht allein an Fachwissenschaftler sondern vielmehr auch an die kulturhistorisch interessierte Öffentlichkeit. Erhältlich im Buchhandel, bei der Kreissparkasse Stade und hier im Museumsshop.