Vom 4. bis 15. August 2025 führte das Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Hamburg in Kooperation mit der Kreisarchäologie Stade (Daniel Nösler M. A.) und der Archäologie AG Stade Ausgrabungen an einem Grabhügel zwischen den heutigen Ortschaften Hammah und Groß Sterneberg durch.
Der Fundplatz ist bekannt durch vier Megalithanlagen und mindestens 30 Grabhügel, die bis zur Trockenlegung des Moores von Torfablagerungen überdeckt waren. Erste Ausgrabungen fanden bereits in den 1920er-Jahren unter der Leitung von Karl Hermann Jacob-Friesen statt, weitere folgten u. a. 1983/84 als Projekt der Universität Hamburg.
Zur Überprüfung der aktuellen Erhaltungsbedingungen und Gewinnung neuer Daten wurde ein Viertel eines äußerlich intakten, ca. 16 m im Durchmesser umfassenden Hügels manuell abgetragen. Dabei konnte zwar eine randliche Steinsetzung, aber keine zentrale Bestattung festgestellt werden. Die in der Aufschüttung dokumentierten Funde umfassen u. a. Fragmente mindestens eines Drahtringes aus Kupfer oder einer Kupferlegierung sowie verschiedene bearbeitete Feuersteine. Die Datierung ist damit momentan nicht genauer als endneolithisch bis bronzezeitlich anzugeben. Das als Lehrgrabung konzipierte Projekt stand unter der Leitung von Prof. Dr. Tobias Mörtz (Universität Hamburg).
Im Herbst 2005 wurde durch die Stadtarchäologie Stade und die Kreisarchäologie Stade im Stader Tageblatt zu einem Treffen im Museum Schwedenspeicher aufgerufen. Bei diesem Termin kamen über 20 Interessierte zusammen – der Beginn einer intensiven und fruchtbaren Zusammenarbeit und die Gründungsstunde der Arbeitsgemeinschaft Archäologie.
Die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft sind vielfältig und sehr unterschiedlich – es gibt keine Vorgaben, wie sich die Mitglieder einbringen können. So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich die Herangehensweise an die ehrenamtliche Arbeit.
Während einige regelmäßig auf Grabungen und Prospektionen im Gelände mitarbeiten, sind andere Mitglieder im Magazin um zu archivieren und die archäologischen Funde aufzuarbeiten. Die AG ist außerdem bei der Pflege von Bodendenkmälern aktiv, betreibt eine eigene Facebook Seite, erstellt Datenbanken und historische Hintergrundinformationen zur Stadtgeschichte oder Rundgänge, die im Internet zu finden sind. Viele Projekte der Stadt- und Kreisarchäologie wären ohne das ehrenamtliche Engagement der Archäologie AG aus finanziellen oder Kapazitätsgründen nicht durchführbar gewesen.
Mit der AG wurde somit auch ein Forum geschaffen, die geschichtsinteressierte Öffentlichkeit über neue Forschungsergebnisse aus Archäologie und Historie in unserer Region zu informieren. Sie bietet geschichtsinteressierten Laien eine tolle Möglichkeit des Zusammenfindens und Austausches. Regelmäßig, einmal im Monat, finden Treffen statt, hier werden Vorträge zu unterschiedlichen Themen gehalten, Ausflüge und Aktivitäten geplant und der Austausch gepflegt.
Am Donnerstag, den 5. Juni 2025 um 17.00 Uhr wird Frank Albers im Inselrestaurant Stade den Vortrag "Archäologie hautnah erleben - 20 Jahre Archäologie-AG des Stader Geschichts- und Heimatvereins" halten. Er wird dabei über die vielseitige ehrenamtliche Tätigkeit der Archäologie-AG berichten. Der Vortrag findet im Rahmen der Stammtischvorträge des Stader Geschichts- und Heimatvereins statt.
Am 26. März 2025 lädt das Stadtmarketing Harsefeld zu einem besonderen Vortrag ins Restaurant Einfach Köstlich ein. Ab 19 Uhr nehmen der Stader Kreisarchäologe Daniel Nösler und der Autor Dietrich Alsdorf die Zuhörer mit in die spannende Geschichte der „Roten Lena“ – Archäologischer Befund und Fiktion zur Hinrichtung von Marlena Prink (1842).
Der Vortragsort könnte dabei nicht passender sein: Der Klosterkeller, direkt neben den historischen Klostermauern, innerhalb denen auch Marlena Prink inhaftiert gewesen sein soll, bevor ihr Leben auf dem nahegelegenen Schafott endete.
Marlena Prink, besser bekannt als die „Rote Lena“, lebte von 1800 bis 1842 in Elstorf und Buxtehude. Ihr Leben war von dramatischen Wendungen geprägt: Als einfaches Bauernmädchen geboren, geriet sie in eine Intrige, die schließlich zu ihrer Hinrichtung führte. In ihrem Vortrag beleuchten Daniel Nösler und Dietrich Alsdorf die neuesten archäologischen Funde sowie historische Überlieferungen und hinterfragen, was sich wirklich belegen lässt – und was Legende ist.
Eintritt: 5 Euro. Die Plätze sind begrenzt! Verbindliche Anmeldung erforderlich unter stadtmarketing@harsefeld.de oder 04164 887 135.
Nutzen Sie die Gelegenheit, Geschichte an ihrem Originalschauplatz zu erleben – ein Abend voller Spannung, Forschung und lebendiger Vergangenheit erwartet Sie!