Wie wurden Pfeilspitzen aus Feuerstein hergestellt? Wie lange dauerte es, einen Baum mit steinzeitlichen Werkzeugen zu fällen? Und welche Techniken nutzten Menschen der Vor- und Frühgeschichte zur Herstellung von Keramik, Metallgeräten oder Textilien? Solchen Fragen widmet sich die Experimentelle Archäologie. Sie verbindet wissenschaftliche Forschung mit praktischem Ausprobieren und hilft dabei, archäologische Funde und Befunde besser zu verstehen.
Seit mehr als 20 Jahren gehört die Experimentelle Archäologie zum festen Bestandteil der Ausbildung am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Hamburg. Gemeinsam mit dem Steinzeitpark Dithmarschen in Albersdorf erproben Studierende historische Handwerkstechniken und rekonstruieren Arbeitsabläufe vergangener Epochen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen unmittelbar in Forschung und Lehre ein.
Die Ausstellung „Studieren, Probieren, Experimentieren“ im Museum Schwedenspeicher Stade gibt spannende Einblicke in diese Arbeit. Präsentiert werden Originalfunde, Repliken und zahlreiche Objekte, die im Rahmen experimenteller Untersuchungen entstanden sind. Sie zeigen eindrucksvoll, wie durch praktisches Erproben neue Perspektiven auf das Leben vergangener Gesellschaften gewonnen werden können.
Die Ausstellung ist vom 10. Mai bis 1. November 2026 im Museum Schwedenspeicher zu sehen. Führungen und weitere Begleitveranstaltungen ergänzen das Programm.
Umfangreiche archäologische Funde zeigen, dass die Region um Oldendorf bereits seit Jahrtausenden dicht besiedelt gewesen ist. Insbesondere die zahlreichen steinzeitlichen Objekte und Gräber aus der Bronze- und Eisenzeit sind wichtige Zeugen längst vergangener Epochen. Einige dieser bedeutenden Fundstücke wie ein römischer Silbermünzschatz sind im Stader Museum Schwedenspeicher ausgestellt.
Direkt neben dem Ort wurde in den letzten Jahren ein besonderer Fundplatz entdeckt, von dem Objekte aus verschiedenen Epochen stammen. Herausragend sind hierbei Schmuckstücke aus der Römerzeit und ein arabischer Dirham, der durch den Handel der Wikinger in unser Gebiet gekommen ist. Teile dieser bedeutenden Fundstelle sind kürzlich im Vorfeld der Baumaßnahmen für die SuedLink-Stromleitung ausgegraben worden.
Oldendorf besitzt mit der Kirche St. Martin eines der ältesten Gotteshäuser des Landkreises Stade. In und an der Kirche sind umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen worden, die interessante Einblicke in die Oldendorfer Geschichte vor 1.000 Jahren ermöglichen. Die Untersuchung der geborgenen Skelette zeigte, wie hart und entbehrungsreich die damaligen Lebensverhältnisse gewesen sind. Auch konnten Belege dafür entdeckt werden, dass man offenbar Angst vor der Wiederkehr bestimmter Toter hatte.
Die zahlreichen archäologischen Funde die in Oldendorf entdeckt wurden, belegen, dass die Geschichte des Dorfes weit vor der schriftlichen Ersterwähnung im 12. Jahrhundert begonnen hat.
Außerdem werden einige archäologische Denkmäler um Oldendorf vorgestellt, die durch eine Wanderung erkundet werden können.
In einem reich bebilderten Vortrag werden die archäologischen Forschungen in und um Oldendorf durch den Stader Kreisarchäologen Daniel Nösler dargestellt. Die Veranstaltung findet am 7.02.2026, um 15:00 Uhr, im Brunkhorst`schen Haus, Sunder Straße 2, 21726 Oldendorf, statt.
Es besteht außerdem die Gelegenheit, selbst entdeckte Funde begutachten zu lassen.