Ausgrabung Aktuell

Der Archäo-Blog für die Region rund um Stade. Hier erfahren Sie stets, was es für Neuigkeiten rund um das Thema Archäologie gibt. Stadt- und Kreisarchäologie berichten gemeinsam mit dem Museum über neue Forschungen, Funde und aktuelle Ausgrabungen.

Ausgrabung, Forschung | Zeitstufen: Bronzezeit Vorrömische Eisenzeit Jungsteinzeit Römische Kaiserzeit Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 05.02.2026 Landkreis Stade

Vortrag: "Spuren der Vergangenheit und die Geheimnisse des alten Oldendorfer Friedhofs"

Umfangreiche archäologische Funde zeigen, dass die Region um Oldendorf bereits seit Jahrtausenden dicht besiedelt gewesen ist. Insbesondere die zahlreichen steinzeitlichen Objekte und Gräber aus der Bronze- und Eisenzeit sind wichtige Zeugen längst vergangener Epochen. Einige dieser bedeutenden Fundstücke wie ein römischer Silbermünzschatz sind im Stader Museum Schwedenspeicher ausgestellt.
 
Direkt neben dem Ort wurde in den letzten Jahren ein besonderer Fundplatz entdeckt, von dem Objekte aus verschiedenen Epochen stammen. Herausragend sind hierbei Schmuckstücke aus der Römerzeit und ein arabischer Dirham, der durch den Handel der Wikinger in unser Gebiet gekommen ist. Teile dieser bedeutenden Fundstelle sind kürzlich im Vorfeld der Baumaßnahmen für die SuedLink-Stromleitung ausgegraben worden.

Oldendorf besitzt mit der Kirche St. Martin eines der ältesten Gotteshäuser des Landkreises Stade. In und an der Kirche sind umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen worden, die interessante Einblicke in die Oldendorfer Geschichte vor 1.000 Jahren ermöglichen. Die Untersuchung der geborgenen Skelette zeigte, wie hart und entbehrungsreich die damaligen Lebensverhältnisse gewesen sind. Auch konnten Belege dafür entdeckt werden, dass man offenbar Angst vor der Wiederkehr bestimmter Toter hatte.

Die zahlreichen archäologischen Funde die in Oldendorf entdeckt wurden, belegen, dass die Geschichte des Dorfes weit vor der schriftlichen Ersterwähnung im 12. Jahrhundert begonnen hat. 
Außerdem werden einige archäologische Denkmäler um Oldendorf vorgestellt, die durch eine Wanderung erkundet werden können.

In einem reich bebilderten Vortrag werden die archäologischen Forschungen in und um Oldendorf durch den Stader Kreisarchäologen Daniel Nösler dargestellt. Die Veranstaltung findet am 7.02.2026, um 15:00 Uhr, im Brunkhorst`schen Haus, Sunder Straße 2, 21726 Oldendorf, statt. 

Es besteht außerdem die Gelegenheit, selbst entdeckte Funde begutachten zu lassen.

Ausgrabung, Forschung | Zeitstufen: Völkerwanderungszeit / Mittelalter / Neuzeit | Daniel Nösler | 02.02.2026 Landkreis Stade

Vortrag zur Geschichte und Archäologie der Burg Horneburg

Der Stader Geschichts- und Heimatverein setzt die Reihe seiner Stammtischvorträge fort: Kreisarchäologe Daniel Nösler wird am Donnerstag, 5. Februar, um 17 Uhr über das Thema „Zur Geschichte der Archäologie der Burg Horneburg“ sprechen.

Jahrzehntelang befand sich die unmittelbar am Ortskern gelegene Burg Horneburg im Dornröschenschlaf. Unzugänglich und zugewachsen war die Burginsel der Öffentlichkeit verborgen. Die Horneburg entstand 1255 im Grenzgebiet zwischen dem Erzbistum Bremen, dem Bistum Verden und dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und kontrollierte einen strategisch wichtigen Zugang vom Alten Land zur Stader Geest. Sie kann als eine der wichtigsten Burganlagen im Elbe-Weser-Dreieck gelten. Im frühen 14. und 15. Jahrhundert war die Burg mehrfach Schauplatz von Belagerungen, Fehden und Raubzügen, insbesondere im Jahr 1311 im Zusammenhang mit Heinrich von Borch, dem legendären „Isern Hinnerk“. Trotz Urfehde und politischer Befriedungsversuche blieb die Horneburg lange ein regionaler Unruheherd. Im Dreißigjährigen Krieg wechselte sie mehrfach den Besitzer, wurde zerstört und 1645 nach der schwedischen Eroberung endgültig abgebrochen. Als Wasserburg mit runder Hauptburg, Vorburg und Dammzugängen prägte sie zugleich die Entstehung des Fleckens Horneburg.

Da keinerlei Schriftquellen oder bildliche Darstellungen über das Aussehen der Befestigung bekannt sind, forscht die Stader Kreisarchäologie seit 2014 intensiv auf der Burg Horneburg. So wurden geophysikalische Messungen durchgeführt, mit denen die Fundamente der Burggebäude entdeckt werden konnten. Daneben wurde Begehungen mit dem Metalldetektor durchgeführt, die zahlreiche Funde insbesondere aus der Zeit der Zerstörung erbrachten.

Der Flecken Horneburg hat kürzlich die Burginsel als öffentliche Parkanlage behutsam und denkmalverträglich neu entwickelt. So wurden Sitzmauern auf historischen Fundamenten, ein multifunktionales Bühnenpodest, eine Brücke mit Palisaden sowie digitale Informationsangebote zur virtuellen Rekonstruktion der Burg gestaltet. Die digitale Wiederauferstehung der Burg wird in Kooperation mit der HafenCity Universität Hamburg erstellt.

Die Vortragsveranstaltung findet im Inselrestaurant Stade statt. Der Eintritt ist frei. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.